Franz Maget - prominentester Läufer beim 9. Lohhofer Osterlauf
Das traditionelle Schneegestöber beim Osterlauf blieb in diesem Jahr aus. Als am 12. April der diesjährige Lohhofer Osterlauf über die Bühne ging, war das beste Wetter, seit es den Osterlauf gibt. Der weißblaue Himmel und frühlingshafte Temperaturen lockten so viele Läuferinnen und Läufer wie noch nie an den Start. Fast siebenhundert hatten sich für den 10 und den 2,2 Kilometerlauf angemeldet.
In diesem Jahr griff Guido Balfanz vom IAZ Kaufland in Unterschleißheim zur Startpistole um die große Scharr der Läufer auf die Strecke zu schicken. Erstmals beim Osterlauf war kein Unterschleißheimer Bürgermeister zur Stelle um den Startschuss abzufeuern. Vielleicht lag es am prominentesten Mann im Läuferfeld, an Franz Maget, dem Spitzenkandidaten der SPD bei den Landtagswahlen im September, dass der Bürgermeister sich nicht am Start sehen ließ. Dem Centermanager des IAZ machte es sichtlich Spaß die Läuferinnen und Läufer im Alter zwischen sechs und 77 Jahren auf den Rundkurs durch Unterschleißheim zu schicken.

Franz Maget und Sohn Klement
> großes Bild
Den Sieg machten die Semiprofis vom LCC Wien unter sich aus. Gleich vom Start weg setzten sich die drei Läufer, die für den Wiener Laufverein, an den Start gingen vom Feld ab. Unbedrängt von seinen Verfolgern kam Andrej Naumov nach 30:45 Minuten ins Ziel. Der Streckenrekord, der vor drei Jahren von John Legat aufgestellt wurde, wurde dabei um eine dreiviertel Minute verfehlt. Auf den Plätzen zwei bis drei folgten die Vereinskameraden Vitaly Melzaev (31:02) und Alexej Rubalchenko (31:32). Auch bei den Frauen kam die Siegerin vom LCC Wien, Jackline Amukereng, überquerte die Ziellinie nach 36 Minuten und vier Sekunden vor ihrer Vereinskameradin Evelyne Kimuria (37:30) und Kerstin Hartwig (38:49).
Interessanter ging es im Läuferfeld zu. Stark vertreten waren, wie auch schon in den Jahren zuvor die Lohhofer Laufgruppe "Die Langsamen". Franz Späth, der dafür sorgt, dass seine Lauffreunde möglichst zahlreich beim Osterlauf vertreten sind, erreichte den Rathausplatz in Unterschleißheim nach 56:41 Minuten und damit war er nicht der Langsamste beim Osterlauf. Über fünfzig Läuferinnen und Läufer hat Späth noch hinter sich gelassen. Die elf von den Langsamen, die beim 9. Lohhofer Osterlauf starteten, müssen sich vielleicht so langsam Gedanken über einen neuen Namen ihrer Laufgruppe machen. Den der schnellste von den Langsamen, Peter Heubel kam schon nach 42 Minuten ins Ziel.
Im letztem Jahr war es noch ein Duell zwischen Vater und Sohn. In diesem Jahr brachte Der Unterschleißheimer Langstreckenläufer Rudi Kübeck seine Tochter Sibylle mit zum Osterlauf. Papa Kübeck vor einem Jahr knapp seinem Sohn unterlegen erreicht mit 41:22 zehn Minuten vor seiner Tochter das Ziel.
Thomas Kanschat, seit Jahren treuer Lohhofer Läufer beim Osterlauf, war nach 44:29 Minuten überglücklich am Rathausplatz. Ein Unterschleißheimer, der sich auf das Rückwärtslaufen spezialisiert hat, Oliver von Ruetzen, zeigt das er auch vorwärts recht gut laufen kann. Knapp unter der magischen Grenze von 40 Minuten brauchte von Ruetzen im klassischen Laufstil.
Auch die Sportlichen aus dem Unterschleißheimer Stadtrat waren wieder mit beim Osterlauf dabei. Brigitte Huber von den Grünen und Uli Piller kämpften sich durch die Straßen von Unterschleißheim. Uli Piller (44:39) kann bis zum nächsten Osterlauf von sich behaupten, dass er Lohhofs schnellster Stadtrat ist. Brigitte Huber hatte ihr Rennen nach 56:08 hinter sich gebracht.
Und wie hat sich Franz Maget beim Osterlauf geschlagen. Maget, Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Stoiber Herausforderer, der auf Einladung von Axel Schröter nach Unterschleißheim kam, stand zusammen mit seinem Sohn Klement im vorderen Viertel als der Startschuss viel. Maget, der in diesem Jahr seinen fünfzigsten Geburtstag feiern wird, hat erst vor gut einem Jahr mit dem joggen begonnen. "Mein Ziel ist es, die zehn Kilometer zu schaffen", untertrieb Maget maßlos vor dem Start. Vier Runden lief Sohn Klement zusammen mit seinem Vater durch Lohhof. Vielleicht wurde dann Vater Franz Maget langsamer oder der Sohn hatte noch mehr Puste. Auf den letzten zwei Kilometern wurde Klement Maget immer schneller und kam 54 Sekunden vor seinem Vater ins Ziel. Franz Maget (53:08), der unterwegs immer freundlich in die Zuschermenge winkte, versprach, sofern es Kondition und Terminkalender zulassen im nächsten Jahr wieder zum Osterlauf zu kommen.
Um kurz nach 16.00 Uhr erklang von 250 Mädchen und Buben laut auf der Raiffeisenstraße am Start: 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 und dann schickte der Startschuss, den wieder der Direktor des Carl-Orff-Gymnasiums, Rudolf Berg, abfeuerte auf den Weg.
Auf diesen Osterlauf hatten sich die jungen Läuferinnen und Läufer des SV Lohhof besonders vorbereitet. Seit Januar sind sie, selbst bei Temperaturen von fast 20 Grad unter null, in den Berglwald zu Training gegangen. Und der Trainingsfleiß hat sich ausgezahlt. Die Mädchen belegten in der Mannschaftswertung Platz zwei, sechs und sieben.
Gewonnen wurde der Schülerlauf von Maximilian Kirmeier, der die 2,2 Kilometer als Einzigster unter acht Minuten gelaufen ist, kam wie auch das schnellste Mädchen, Corina Schilling, aus Rosenheim.
Schnellste Lohhoferin im Schülerlauf war wie schon in den Jahren zuvor Stefanie Escherle. Acht Minuten und vierzig Sekunden genügten Stefanie Escherle um im fünften Jahr hintereinander ihre Altersklasse zu gewinnen. Eine Leistung die ihr erst einmal jemand nachmachen muss.
Nervös am Start des Schülerlaufes war auch Peter Gaschler, der erstmals seinen Sohn Tobias in Rennen schickte. Papa Gaschler, der selbst schon sechzig Marathons hinter sich gebracht hat, war sichtlich stolz, als sein Sohn gesund und munter in Ziel lief. Die Zeit mit der Tobias am IAZ-Kaufland den Zielstrich überquerte, war dem Papa total egal, Hauptsache durchgehalten und angekommen. Hätte Franziska Falkenberg, Jahrgang 97, nicht die ganze Zeit während des Laufes ununterbrochen mit ihren Mitläufern geratscht, dann wäre die jüngste Teilnehmerin des diesjährigen Osterlaufes sicher schneller ins Ziel gekommen.
Bis zur Siegerehrung um 18.00 Uhr waren alle Buben und Mädchen wieder frisch und munter. Ungeduldig mussten sie warten, bis die Siegerehrung des 10 Kilometerlaufes über die Bühne gegangen war. Die schnellsten Schülerinnen und Schüler bekamen für ihre Anstrengungen glänzende Pokale, die wieder die Raiffeisenbank Unterschleißheim-Haimhausen gestiftet hatte. Mit den Pokalen der Raiffeisenbank und Urkunden, die die Leistungen für jedermann dokumentieren, zogen alle glücklich nach Hause. Und die meisten haben sich genau wie Franz Maget vorgenommen im nächsten Jahr wieder zu kommen.
Axel Schröter
|






|